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Jedes künstlerische Mittel heute bietet Anlaß für eine Grundsatzdiskussion über
die mit ihm verbundenen Intentionen und Aussagewerte. Die Frage nach der
Methode oder das dem Werk zugrundeliegende Konzept heiligt dann die Mittel,
wenn beides hinlänglich beantwortet zu sein scheint und wenn sich jenes
Fünkchen "Neue" einstellt, das retrospektiv den Anspruch auf
Originalität einlöst. Das Originäre, Neue denkt sich gern
als Paar oder Gruppe, spielt mit der Wiedererkennbarkeit, dem Stil, das heißt,
der vom Künstler hart errungenen Formensprache. Das Moment des Wiedererkennens
deckt sich bei dem Rezipienten mit der Freude des kindlichen Erinnerungsvermögens,
welches das eine mit dem anderen zu kombinieren weiß und ein Ganzes
daraus macht. Im Ausschlußverfahren werden die Dinge faßbar,
im Markenzeichen verdichten sie sich zu einem operativen Begriff.
Susanne Lange, 1996
